Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

Literatur zum Anfassen

Die Münchner Autorin Lena Gorelik liest am Scheffold-Gymnasium

Es sei „eines der wichtigsten Jugendbücher der letzten Jahre“ urteilte die Süddeutsche Zeitung über Lena Goreliks 2017 erschienenen Jugendroman „Mehr Schwarz als Lila“.  In den Genuss, die preisgekrönte Literatin live zu erleben, kamen die Schülerinnen und Schüler der Klassen 10 des Scheffold-Gymnasiums Schwäbisch Gmünd. „Wir freuen uns sehr, eine so bekannte Autorin bei uns willkommen zu heißen“, bemerkte Schulleiter Bernd Gockel zur Begrüßung. Die Musiklehrer Diana Magg (Violine), Winfried Butz (Akkordeon), Manuela Essig (Bass) und Ulf-Timo Weinberger (Klarinette) gaben mit Stücken im Klezmer-Stil den passenden musikalischen Rahmen.

Mittelpunkt in Lena Goreliks Roman ist die Ich-Erzählerin Alex, die lieber Schwarz als Lila trägt und gerade in ihren Lehrer, einen jungen Referendar, verknallt ist. Bei einer Studienfahrt nach Polen steht auch der Besuch des KZ Auschwitz auf dem Programm. Aus einer Laune heraus küsst Alex ihren Freund Paul – vor einem Galgen auf dem Auschwitzgelände. Darf man das? Erst als ein Foto mit dem Hashtag #auschwitzkuss in den sozialen Netzwerken landet und millionenfach angeklickt wird, bemerkt Alex, was sie damit ins Rollen gebracht hat.

Goreliks Sprache ist klar und bestimmt, ihr Stil weder moralisierend noch pathetisch. Sie stellt Fragen, die viele Schülerinnen und Schüler heute im Geschichtsunterricht diskutieren: Wie umgehen mit der NS-Vergangenheit? Welche Haltung dazu entwickeln?

Aber noch vieles Andere interessierte die Schülerinnen und Schüler der beiden zehnten Klassen. Auf die Frage, wie eine Schriftstellerin arbeitet, antwortet die Autorin: „Ich habe keine festen Zeiten. Wenn ich eine Idee habe, setze ich mich hin und schreibe. Die Figuren entstehen im Schreibprozess, sie sind keine fertigen Gebilde in meinem Kopf, sondern wachsen mit jeder Seite.“  

Das könnte ein Grund sein, weshalb der Roman so authentisch wirkt und Lena Gorelik unaufgeregt von großen Emotionen erzählt. Die Schülerinnen und Schüler des Scheffold- Gymnasiums waren sich jedenfalls einig: Eine Autorin live zu erleben, ist etwas Besonderes. Mit ihr zu diskutieren, wie sie ihre Stoffe und Figuren entwickelt, aber ein Erlebnis, das noch lange in ihren Schulalltag und vielleicht auch in das eigene Schreiben hineinwirkt.