Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

Teilnahme an der Deutschen Schülerakademie 2014

Melissa Lehnert, Schülerin der Scheffold-Gymnasiums der Jahrgangsstufe 2, nahm auf Vorschlag der Schule vor und in den Sommerferien an einem Kurs der Deutschen Schülerakademie (DSA) teil. Ziel der DAS ist es, Schülerinnen und Schülern eine intellektuelle und soziale Herausforderung zu bieten, ihre besonderen Fähigkeiten zu fördern und sie unter Anleitung qualifizierter Lehrkräfte auf Hochschulniveau arbeiten zu lassen. Hier ihr Erfahrungsbericht:

16 Tage lang programmierter Zelltod. Und wofür das ganze eigentlich? Das dachten sich zugegebermaßen nicht nur meine Freunde. Doch als ich dann die Aufnahmen von Torgelow am See (Mecklenburg-Vorpommern) im Internet sah, die Berichte der Teilnehmer der vorherigen Jahre und die Aussicht auf 16 schulfreie Tage, überwog die Neugierde auf diese Erfahrung und hoffnungsvoll reichte ich meine Bewerbung ein. War der Schulvorschlag sicherlich schon eine Ehre für mich gewesen, da die DSA leider nicht mehr als 2 Vorschläge pro Schule annimmt, so war die Freude über die Aufnahme noch einiges größer. Mit der Zusage flogen dann gleich schon vorbereitende Materialien für meinen Kurs mit ein – Biochemie – Apoptose – die Ankündigung, englische Fachliteratur lesen zu müssen. Gleichzeitig die Kursteilnehmerliste – ich las unzählige Namen, die ich nicht aussprechen konnte, denn meine Kurskolleginnen und Kollegen kamen zu einem großen Teil aus Polen, Estland, Lettland oder Litauen. Eine weitere Frage, die mich beschäftigte: Wie gleichzeitig auf die Deutschen Meisterschaften der Leichtathletik vorbereiten? Die Zusage bedeutete also nicht nur Vorfreude, sondern auch Ungewissheit und Nervosität.
Meine Angst, nicht für meine Meisterschaften trainieren zu können, erwies sich sogleich als unbegründet. Sowohl die Akademieleitung als auch die Kursleitung waren vom ersten Moment sehr zuvorkommend. Die Tage waren zwar komplett durchorganisiert, neben den Pflichtkursen gab es jedoch auch viel Raum für freiwillige Aktivitäten. So konnte ich einerseits trainieren, andererseits lebte durch die Initiative von Kursleitern und Kursteilnehmern auch ein kursübergreifendes Gemeinschaftsgefühl auf. Es wurde von Reisen nach Indien und Japan berichtet, Samba getanzt, es gab einen kleinen Chor, es wurde vegan gebacken, über das Leben philosophiert oder einfach auf den Sofas entspannt und Karten gespielt. Daneben gab es auch vorgegebene Aktivitäten wie ein Volleyballturnier der Kurse gegeneinander, einen Exkursionstag, einen Grillabend, ein Konzert. Man war immer beschäftigt und geschlafen wurde wenig, denn unser Biochemiekurs, das bedeutete auch Arbeit nach der Kurszeit, Paper über Paper lesen – all die Dinge, die man den Tag über weit von sich schob. Wer sich das ein oder andere mal dachte: „Ist doch egal, was ich hier mache“, sich fragte, wofür man sich all die Methoden der Gentechnik und Wirkungsketten des apoptotischen Wegs einzuprägen versuchte – der fand darauf auch keine Antwort, aber mit hoher Motivation im Kurs und Kursleitern, die immer helfend zur Seite standen, kam man auch da durch. Am Ende stand man da, stolz, sich 16 Tage lang nicht hat abhängen zu lassen. Man bekam einen Einblick in die Welt der Wissenschaft, in das Arbeiten an der Universität, von dem die Kursleiter aus erster Quelle zu berichten wussten. Dementsprechend konnten sie auch über das Studium und Studienfinanzierung Auskunft geben und dem einen oder anderen Zukunftsperspektiven aufzeigen.
Ich persönlich habe herausgefunden, dass das Biochemiestudium nicht meine Zukunft sein wird. Ich habe Menschen kennengelernt, die in ganz Europa verstreut leben, die davon träumen, Physiker oder Literaturwissenschaftler zu werden oder es schon sind und davon, mit ihrer Forschung die Wissenschaft weiterzubringen. Viele von ihnen sind zu Freunden geworden. Und so kann ich nur jedem raten, die Chance Deutsche Schülerakademie zu ergreifen, denn auch wenn ich nicht weiß, wo es hingehen soll, so habe ich doch Lust bekommen auf die Uni und kann auf einen Sommer voller neuer Eindrücke zurückblicken.