Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

„Scheffold-Symphonie“ feiert Premiere (Aktion 38 von 50)

Winfried Butz dirigiert zum Abschied Theodorakis’ “Canto General”

Mit einer fulminanten Sinfonie feierte das Scheffold-Gymnasium nun sein 50-jähriges Bestehen im Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd beim großen Festakt. Yannick-Maurice Groß, Abiturient 2021, komponierte eigens für den runden Geburtstag die „Scheffold-Symphonie“. Voller Stolz kann das Scheffold-Gymnasium vom heutigen Tag an von sich behaupten, eine eigene Schul-Sinfonie zu haben. Doch bevor die „Scheffold-Symphonie“ die Zuhörer bezaubern konnte, musste der Festakt eröffnet werden.

Einstimmend auf den Abend startete Valentin Sachsenmaier mit seinem Bläser-Ensemble und dem Stück „Halleluja Drive“ vor einem vollen Stadtgarten. Geladene Ehrengäste waren nicht nur Oberbürgermeister Richard Arnold, Gmünds Amtsleiter für Kultus und Sport Klaus Arnholdt, Schulreferentin Anne Löcherbach und die Landtagsabgeordneten Martina Häussler sowie Tim Bückner, sondern auch Frau Scheffold, die Witwe unseres Namensgebers Hansludwig Scheffold. Scheffold, einem ehemaligen Gmünder Oberbürgermeister, ist es zu verdanken, dass im Schuljahr 1971/72 der Schulbetrieb mit 17 Klassen starten konnte. Schulleiter Bernd Gockel hob bei seiner Jubiläums-Ansprache hervor, dass damals „neu für Gmünd Mädchen und Jungs gemeinsam in einer Klasse unterrichtet wurden.“ „Nicht Zahlen sind wichtig, sondern die Menschen, die hinter diesen Zahlen agieren und zum Vorschein kommen“, schwärmte Bernd Gockel weiter vom Esprit des Scheffold-Gymnasiums, das sich angesichts der Zahl 50 weniger alt als vielmehr jung fühle.

Queens „Bohemian Rhapsody“ wurde daraufhin unter der Leitung von Winfried Butz durch Kammerchor und VokalPur mit kräftiger Stimme interpretiert, ehe Oberbürgermeister Richard Arnold das Wort ergriff. Als ehemaliger „Scheffoldianer“, wie er selbst sagt, resümierte er stolz, dass das Scheffold-Gymnasium nicht nur musikalische, sondern auch politische Persönlichkeiten hervorbringe, da in Gmünd und Baden-Württemberg „wichtige politische Ämter mit Scheffoldianern besetzt“ seien. So ist neben Arnold nicht nur der anwesende Landtagsabgeordnete Tim Bückner ehemaliger Scheffold-Schüler, sondern auch Gmünds neuer Jugendgemeinderatsvorsitzender Jonathan Wolf (J2). 

Dann ging es endlich los. Mit viel Energie und Dynamik absolvierten Big Band und Orchester unter der sicheren Leitung von Diana Magg den ersten Satz der „Scheffold-Symphonie“, den Groß als „feierlich, freudig“ beschreibt. Denn was die Schul-Sinfonie so besonders macht, sind ihre verarbeiteten Initialen „SG“. Als Leitmotiv, das so genannte „Scheffold-Motiv“, der Sinfonie wählte Yannick-Maurice Groß Es (für das „S“ wie Scheffold) und G (für „G“ wie Gymnasium). Mit diesem Motiv spielt er gekonnt und variantenreich, sodass für jeden Zuhörer etwas Ohrenschmausiges dabei war. Unterstützend wirkten auch Ehemalige, die Gmünder Musikschule sowie Mitglieder der Gmünder Philharmonie und des Gmünder Kurorchesters. Nach dem mitreißenden ersten Satz ähnelte der zweite Satz mehr einem lockeren, coolen Pop-Song. Hier konnten die Mitwirkenden demonstrieren, dass sie auch die ruhigeren, entspannteren Töne sicher beherrschten. Die Scheffold-Band, welche bislang auf ihren Einsatz gewartet hatte, durfte sich nun auch ins Geschehen einbringen und loslegen. Im mittigen dritten Satz wechselte die Stimmung erneut und alle Jazz-Fans kamen voll auf ihre Kosten. Hier hatten die Instrumentalisten die Möglichkeit, eigene Melodien in Improvisation zu erfinden. Das Prinzip der Improvisation wurde auch im vierten Satz beibehalten, allerdings sollte ein „Klang, der gleich bleibt, sich aber doch ständig verändert“ erzeugt werden, wie Groß es beschreibt. „Adagio“ war Programm in jenem Satz, in dem mit sehr viel Ausdruck eine gewisse Schwere im Klang erzeugt wurde, welche brillant umgesetzt wurde und jeder Filmmusik Ehre gemacht hätte. Zum Abschluss wurde es im fünften Satz noch einmal pompös-feierlich bunt. Das tosende Finale wurde freudig-orchestral organisiert, sodass die Zuhörerschaft Zeuge eines Feier-Feuerwerks der Extraklasse wurde.

Nach einer Pause wurde der zweite Teil des musikalischen Abends mit der Scheffold-Interpretation von Mikis Theodorakis’ Oratorium „Canto General“ aus der Feder von Pablo Neruda gestaltet. Stimmgewaltig begleitete der Eltern-Lehrer-Schülerchor mit 15 Instrumenten, auch dank tatkräftiger Unterstützung der Musikschulen Waldstetten und Schwäbisch Gmünd, die Solo-Parts. Im steten Wechsel sangen sich die Alt-Stimmen Lia Kiflu (J2), Annika Assmann (J1) und Arya Seitzinger (Klasse 8) gekonnt und mit individuell-gefühlvollem Timbre durch die Höhen und Tiefen der Stücke. Ein felsenfester Gesangspartner an ihrer Seite war der deutschlandweit bekannte prominente Musikdarsteller und Solist Philipp Lang, ebenfalls ein ehemaliger Abiturient des Scheffold-Gymnasiums. Als besonderes Bonbon stieg Musiklehrerin Manuela Essig für die finalen Solo-Einlagen mit ein. Die Leitung hatte für das gesamte Oratorium Musiklehrer Winfried Butz inne, welcher in seinem Abschlussjahr vor dem verdienten Ruhestand noch einmal alles in die Waagschale warf und auf großer Scheffold-Bühne einen gebührenden Abschied feierte. Unter frenetischem Applaus stimmte das Ensemble zum Schluss noch eine Zugabe an.

Die Klänge begeisterten auch die rüstige, 92-Jährige Frau Scheffold, die allen „Scheffoldianern“ am Rande der Veranstaltung folgende Worte auf die Frage, wie man bis ins hohe Alter so fit bleibe, mit auf ihren Lebensweg gab: „Einfach immer weitermachen!“    

Impressionen von “Canto General” und dem Solo-Part von Lia Kiflu (J2)