Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

Sicherer Schulbetrieb: Yannik Lorösch baut CO2-Messgeräte

Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie ist regelmäßiges Lüften das A und O in der Schule. Alle 20 Minuten soll das Klassenzimmer für 3-5 Minuten stoßgelüftet werden – ein schwieriges Unterfangen im Winterhalbjahr, immer wieder bleibt ein dumpfes Gefühl bei allen Beteiligten, man habe noch nicht lang genug gelüftet.

Den Schulbetrieb unter Corona-Bedingungen wieder möglich machen, diese zentrale Herausforderung war auch für Yannik Lorösch ein großer Antrieb, seinen Teil dazu beitragen zu wollen. Nachdem sein NwT-Lehrer ihn fragte, ob er nicht ein Messgerät für die Luftmessung im Klassenzimmer bauen könne, tüftelte der technikbegeisterte Schüler monatelang an verschiedenen Prototypen, die er immer wieder seinen Physik-, NwT- und Chemielehrern zur „Prüfung“ präsentierte.

Erst der vierte Prototyp erfüllte alle Erwartungen, die an ihn gesellt wurden: Er ist günstig (45€ pro Gerät), er weist eine hohe Messgenauigkeit aus, wird mit einem Akku versorgt und hat eine mindestens fünfjährige Lebensdauer.

„Zuerst stand die Suche nach den passenden Sensoren für die Messung der Luftqualität im Vordergrund“, erinnerte sich der Schüler, „danach stand die Konstruktion des Gehäuses im Mittelpunkt“. Insgesamt hat die Entwicklung 200 Arbeitsstunden in Anspruch genommen, die größte Herausforderung war dabei, die notwendigen Bauteile auf dem asiatischen Markt zu beschaffen, da mittlerweile der Markt für gute Luftsensoren nahezu leergefegt ist.  Danach tüftelte er an verschiedenen Gehäusekonstruktionen, die eine permanente Messung der Luftqualität ermöglichte.

Zugleich versteht sich Yannik aber auch als Geschäftsmann: „Ich biete eine technische Lösung für ein aktuelles Problem und kann meiner Schule helfen, einen sicheren Präsenzbetrieb wieder zu ermöglichen. Das war für mich ein enormer Anreiz.“  Mit diesem Konzept überzeugte er auch seinen Schulleiter Bernd Gockel, der ihm versprach, 35 Luftmesser zukaufen, falls ein marktreifes Produkt bei der Entwicklung herausspringt.  

Und das Warten hat sich gelohnt: Yannik Lorösch übergab seiner Schule jetzt 35 selbst entwickelte CO2-Master, die die aktuelle Luftqualität, die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen messen. „Der Sensor befolgt die von der WHO vorgeschlagenen Werte, wann ein Raum gelüftet werden sollte. Dabei signalisiert ein dreistufiges LED-Ampelsystem, wann gelüftet werden muss: Im grünen Bereich ist alles OK, im gelben Bereich wird Lüften empfohlen, Rot signalisiert ein erforderliches Lüften des Raumes“, erläutert Yannik sein Gerät. Zusätzlich verfügt es auch über einen abschaltbaren, akustischen Alarm. 

Der CO2-Master misst alle 10 Sekunden die Luftqualität im Raum, vergleicht ihn mit den eingestellten Referenzwerten und löst beim Überschreiten der Referenz ein Alarmsignal aus.  Um auch die Umwelt zu schonen, wird die Stromversorgung von einem wiederaufladbaren Akku übernommen, der das Messgerät über eine Woche sicher versorgt. So können am Wochenende die Geräte immer an der Ladestation vollgeladen werden.

„Wir freuen uns als Schule sehr, dass du mit deinem Erfindergeist und großem Engagement dieses Gerät entwickelt hast. Deine Lehrer und Mitschüler werden in der nahen Zukunft enorm davon profitieren, dass das Stoßlüften jetzt kontrolliert erfolgen kann“, freut sich Schulleiter Bernd Gockel über die Lieferung von 35 Luftmessern für das Scheffold-Gymnasium.