Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

Klick der Woche: Exkursion der Klassenstufe 9 ins KZ nach Dachau

von Jullien Hopp

Am 26.03.2019 hat die Klassenstufe 9 mit den Lehrern Herr Mayer, Herr Stahl und Frau Schüle einen Ausflug in die Gedenkstätte des Arbeitslagers Dachau unternommen. Nach einer 2-stündigen Fahrt sind wir um 10:15 Uhr in Dachau angekommen. Um 10:45 Uhr begann unsere 2,5-stündige Führung, bei der wir in zwei Gruppen eingeteilt wurden. Wir wurden durch einen Teil des Lagers geführt, der später stark erweitert wurde. Unsere Guides hatten beide Familienmitglieder, die in der Vergangenheit Häftlinge im Konzentrationslager Dachau waren.

Als erstes haben wir das Jourhaus = Tageshaus besichtigt. Dort haben wir auch erfahren, dass das KZ vom 22. März 1933 bis zum 29. April 1945 in Betrieb war. Damals wurde im Jourhaus der Tagesdienst verrichtet, d.h aus dem Aussichtsturm wurde Ausschau gehalten. Es gab insgesamt sieben Wachttürme verteilt über das gesamte Arbeitslager, die von SS-Männern bewacht wurden. Außerdem war das Tageshaus für die Häftlinge der einzige Durchgang im KZ. Das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht Frei“ sollte die Häftlinge dazu bringen zu arbeiten.

Auf der anderen Seite des Tores befand sich der Appellplatz. Dort mussten sich die Häftlinge vor und nach der Arbeit in militärischer Ordnung aufstellen, damit die SS durchzählen konnte, ob alle anwesend waren. Hier wurden die Häftlinge auch oft gefoltert. Es wurde von sehr vielen Strafen gesprochen, die die Häftlinge bekamen. Es gab zum Beispiel die Prügelstrafe, das Schlagen mit einem Stock und die Stehzelle.

Als nächstes haben wir uns das Krematorium angeschaut, in dem sich die Totenkammern (Lagerraum der Toten), Gaskammer („Brausebad“ = Dusche) und die Brennöfen (Verbrennung der Leichen) befanden. Die Gaskammer wurde jedoch nicht in Betrieb gesetzt, wie wir von unserer Führerin erzählt bekommen haben.

Danach sind wir zu den Wohn- und Schlafräumen der Häftlinge gegangen. Wegen der überfüllten Einrichtungen mussten die Häftlinge zusammen schlafen und auch sehr viele einen Waschraum und ein Bad benutzen. Durch den engen Körperkontakt wurden sehr schnell viele Krankheiten verbreitet und das Krankenrevier musste im Laufe der Jahre deutlich vergrößert werden.

Als letztes durften wir die Einzelzellen betrachten. Durch das folgende Zitat wird der Aufenthalt in einer dieser Zellen verdeutlicht:

Gegen zwei Uhr in der Nacht klirrte der Schlüssel in der ersten Zellentür am anderen Gangende. Sofort war jeder wach. Der Häftling von Nr.1 geht die ersten Schritte auf den Bunkerhof. Ein Schuss fällt. Ein Leben ist ausgelöscht.“

Walter Buzengeiger, 1. Juli 1934

Heutzutage gibt es Denkmale, wo Menschen hinkommen können, um über die Toten zu trauern.

Als die Führung zu Ende war, hatten wir eine Stunde Pause, bis wir um 14:30 Uhr einen zwanzigminütigen Film über den Holocaust in Dachau angeschaut haben, der uns nochmal einen Einblick in das Leben eines KZ-Häftlings gab.

Dann war unsere Zeit in Dachau um, wir liefen zurück zu unserem Bus und fuhren schließlich um 15 Uhr ab. Um 17:30 Uhr sind wir wieder am Scheffold-Gymnasium angekommen.

Zusammengefasst war die Exkursion nach Dachau sehr interessant und spannend. Man konnte die im Unterricht besprochenen Themen nochmal mit eigenen Augen betrachten. Aber dort zu sein, wo tausende Menschen ihr Leben lassen mussten, war auch bedrückend und man wurde nachdenklich.