Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

Klick der Woche: Japanisch-AG – ein Interview mit Fr. Krabbe

Das Gespräch führten Sorina Brii und Amanpreet Birdi

Sorina (S): Erstmal danke, dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben

Fr. Krabbe:  Kein Problem.

S: Wir haben gehört, dass Sie die Sprache Japanisch beherrschen, und wollten wissen, wie Sie zum Entschluss gekommen sind diese zu lernen?

Fr. Krabbe: – Ich habe mit 17 Aikido angefangen und hatte von Japanisch keine Ahnung. Ich ging an die Uni und habe Englisch und Latein studiert und habe immer mit Aikido weitergemacht, und als ich mit meinem ersten Studium fertig war, habe ich überlegt, was ich mache. Meine Freundin, mit der ich zusammengewohnt habe, hatte Chinesisch, das war nicht so mein Ding, aber irgendwie kam ich durch Lesen von Büchern und Aikido zum Entschluss Japanisch zu lernen.

Aman (A): Haben Sie in Japan studiert?

Fr. Krabbe: – Also in Japan habe ich eineinhalb Jahre an der Uni studiert. Ich habe da Kyōiku, also Erziehungswissenschaften studiert.

S: Würden Sie jemanden raten, sich japanische Schriftzeichen zu tätowieren?

Fr. Krabbe: -Ich wäre da etwas vorsichtig, weil ich mir nicht so sicher bin, ob die Tätowierer das können. Wenn es ein japanischer oder chinesischer Tätowierer ist, dann ja, aber ich finde es wichtig, dass es gut aussieht und richtig ist. Es gibt nichts Schlimmeres als ein falsches Tattoo.

A: Bei den Projekttagen waren wir bei Japanisch dabei. Als ihr Mann kam, hat er uns einige Kampfkunsttechniken gezeigt. Wir haben uns gefragt, welche Kampfsportarten Sie können?

Fr. Krabbe: – Ich habe sehr lange Aikido gemacht und habe meinen dritten Dan abgelegt. Das ist der dritte Schwarzgurt. Ich habe danach noch Jōdō, eine Schwert- und Stock -Kampfkunst gemacht.

S: Wie sind Sie zum Entschluss gekommen Japanisch an dieser Schule zu unterrichten?

Fr. Krabbe: – Ich habe an allen Schulen, an denen ich war, eine kleine Japanisch-AG gemacht, weil ich es wichtig finde, dass erstens ich mein Japanisch auf Vordermann bzw. Vorderfrau bringe und zweitens, dass man auch mal über den Tellerrand schaut und nicht nur eine europäische Sprache lernt, sondern auch eine ganz andere Sprache. Für mich ist es wichtig, dass die Schüler eine andere Schrift lernen und einfach versuchen zu verstehen, was in Asien passiert.

A: Warum sollte man in die Japanisch AG kommen?

Fr. Krabbe: – Ja, wie gesagt, für mich ist es nicht nur wichtig Japanisch zu unterrichten, sondern den Schülern auch die japanische Kultur beizubringen, also wie man sich verhält, welche Sitten es gibt, manchmal sogar zusammen kochen. Einfach diese Berührungsängste abzubauen und vielleicht kann ich ja jemanden inspirieren, selbst nach Japan zu reisen und mal was ganz anderes zu machen.

S: Was lernt man in der Japanisch-AG und wie lernt man dies?

Fr. Krabbe: – Eine Stunde in der Woche ist natürlich sehr wenig, deswegen möchte ich, dass meine Schüler Hiragana lernen. Das ist das eine Silben-Alphabet, mit dem man jedes japanische Wort schreiben kann. Wenn man weitermachen will, lernen wir Katakana. Das ist das zweite Silben-Alphabet. Mit dem kann man Fremdwörter und zum Teil Eigennamen schreiben. Mein Ziel wäre, dass ich meinen Schülern auch ein paar ganz wichtige Kanji, also die chinesischen Schriftzeichen, beibringe, einfach um zu sehen, was Japaner auch lernen müssen und wie andere Sprachen sind.

A: Welche Voraussetzungen braucht man für die Japanisch-AG?

Fr. Krabbe: – Genau dieselben Voraussetzungen wie für alle anderen Fächer, Lust etwas Neues auszuprobieren, aber auch Durchhaltevermögen, denn Japanisch kann ich schnell anfangen aber genauso schnell wieder aufhören, da es zusätzliche Arbeit ist.

S: Autodidakte Personen, die sich die Sprache selbst beibringen, meinen, sie sei schwer, da sie angeblich viele Schriftzeichen hat. Stimmt das?

Fr. Krabbe: Ich halte es für sehr schwierig, sich Japanisch selbst beizubringen, da die meisten anfangen und nach einiger Zeit nicht mehr weiterwissen. Es ist okay, sich ein paar Begriffe und Sätze beizubringen, aber ich halte Japanisch im Selbstudium für keine gute Idee. Ich würde immer einen Online-kurs machen oder mit jemanden zusammen lernen.

A: Und die letzte Frage wäre: Falls jemand nach Japan reisen würde, welche Sehenswürdigkeiten würden Sie Ihm empfehlen?

Fr. Krabbe: – Ich würde ihm natürlich das alte Japan empfehlen, zum Beispiel die Stadt Kyōto. Sie ist die Kaiserstadt Japans. Natürlich würde ich auch Tokio empfehlen, um diesen Vergleich zu haben und zu wissen, was in so einer großen und modernen Stadt passiert. Damit wären bestimmt schon 10-14 Tage um. Ein wichtiger Tipp für jemanden, der nach Japan möchte: Hole dir einen Japan Rail Pass. Das ist ein Ticket für eine bestimmte Zeit, 1 Woche, 2 Wochen, 3 Wochen. Man kann dann mit fast jedem Zug durch Japan fahren und sich Japan wirklich von oben nach unten anschauen. Dieses Ticket muss man in Deutschland kaufen und in Japan dann einlösen. Für junge Leute gibt es natürlich auch die Möglichkeit, mit dem Schiff zu fahren. Man fährt zwar lange, aber es ist klasse und billig. Oder man fährt mit dem Bummelzug, also wie mit einem Baden-Württemberg-Ticket.

S: Danke nochmal, dass Sie sich Zeit für das Interview genommen haben.

Fr. Krabbe: – Aber immer doch.😊

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