Scheffold-Gymnasium

Schwäbisch Gmünd

Klick der Woche: Igel in Not

von Eileen Stegmaier

Der “Klick der Woche” ist die Stimme der Scheffold-Schülerschaft, die zu Wort kommen soll, was sie so im Alltag bewegt. Eileen Stegmaier arbeitet regelmäßig in einer Aufzuchtstation in Göggingen mit und schildert, was um diese Jahreszeit zu tun ist, wenn man einen Igel findet:

  Igel in der Not:

Sind Igel eine bedrohte Tierart?

Interessantes:

Steckbrief:

Kategorie:    Säugetiere

Länge:          Kopf bis Rumpf 20-30cm

Gewicht:       bis 1000g ab 500g überleben sie den Winterschlaf nicht

Lebenserwartung:            3-8 Jahre

Ernährung: Insekten, Katzenfutter mit Hühnchen oder Rührei, aber
keine Schnecken oder Würmer; diese können Parasiten übertragen

Lebensraum: Laubwälder, Hecken, Büsche, Gärten

Fakten:  Der Igel ist der größte Insektenfresser in unseren Breiten. Er ist leicht an seinem dichten Stachelkleid zu erkennen (ca. 8000 Stachel), das ihn vor Feinden schützt. Wenn er Winterschlaf hält, rollt er sich zusammen und senkt seine Körpertemperatur deutlich herab, damit er nur ganz wenig Energie verbraucht und mit seinen angefressenen Fettreserven die kalte Jahreszeit gut überstehen kann.

Leider gibt es jedes Jahr weniger Igel, in manchen Gebieten in Deutschland findet man sie gar nicht mehr. Auch die Erderwärmung macht Probleme, da es viele Insekten nicht mehr gibt und auch die Zeiten für den Winterschlaf nicht mehr passen.

Jeder kann helfen

In einer Aufzuchtstation braucht man immer Hilfe, von Flasche geben bis zum Auswildern. Ich persönlich bin zu diesem durch eine Erfahrung im Ausland gekommen, wo viele Tiere gequält worden sind. Ich habe mir geschworen, dass es kein Tier geben soll, das so misshandelt wird. Durch die Aufzuchtstation bin ich meinem Traum etwas näher gekommen.

Igel gefunden: Was mache ich jetzt?

Igel sind Wildtiere, keine Haustiere! Es ist gesetzlich verboten, sie aus der Natur zu entnehmen, es sei denn, sie brauchen Hilfe.

Wenn ein Igel bei Minusgraden oder Schnee herumläuft, dann stimmt etwas nicht. Dieses Tier braucht Hilfe.

Was machen wir jetzt?

Wenn sich das Tier kälter als Deine eigene Hand anfühlt, sollte man es sofort wärmen. Am besten durch massieren am Bauch, z.B. durch kreisende Bewegungen.

Wenn man das Tier mit nach Hause nimmt, sollte man den Igel von Parasiten (Flöhen) befreien. Das geht z.B. durch Aufbringen von Puder, der dann nach einigen Minuten wieder entfernt werden muss. Dadurch sterben die Flöhe ab.

Danach muss der Igel untersucht werden, ob er womöglich verletzt ist. Dabei gibt es einen Trick wie man ein eingeigeltes Tier wieder entspannen kann. Dazu fasst man an die Vorderpfoten. Durch einen natürlichen Reflex entspannt er sich und kann problemlos untersucht werden. Bei Verletzungen muss sofort ein Tierarzt aufgesucht werden.

Als nächstes muss geprüft werden, ob er schon ausreichend Gewicht hat. Bei Igeln, die weniger als 500g wiegen, müssen diese erst aufgepäppelt werden   , d.h. man füttert ihn noch einige Zeit im Haus. Wenn er schon mehr als 500g wiegt, reicht es aus, wenn man im Garten ein Winterquartier baut.

Das Winterquartier sollte aus einem Laubhaufen (am besten Eichenlaub) bestehen, der abgedeckt wird. Die Abdeckung ist wichtig, da diese vor Schnee und Kälte schützt. Bis der Igel in den Winterschlaf geht, sollte man ihn täglich mit etwas Katzenfutter zufüttern.

Das Innenquartier sollte enthalten:

Wenn der Igel keine Nahrung zu sich nimmt, sollte man sich unbedingt an eine Aufzuchtstation (Eileen Stegmaier) wenden.

So sollte der Igel bestens durch den Winter kommen.

Hier der vorige: Klick der Woche